Allgemeine Fragen
Fernwärme aus der Ferne. Das bedeutet, dass die thermische Energie nicht erst vor Ort bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern im Heizkeller erzeugt, sondern von einem oder mehreren Erzeugungsorten zu den angeschlossenen Gebäuden transportiert wird.
Fernwärme ist eine effiziente Methode, um Gebäude mit Wärme zu versorgen. Hier ist eine einfache Erklärung, wie sie funktioniert:
Wärmeerzeugung: Die Wärme wird zentral in Heizkraftwerken oder Müllverbrennungsanlagen erzeugt. Diese Anlagen nutzen oft Kraft-Wärme-Kopplung, bei der gleichzeitig Strom und Wärme produziert werden.
Transport: Die erzeugte Wärme wird in Form von heißem Wasser oder Dampf durch gut isolierte Rohrleitungen zu den Verbrauchern transportiert. Diese Rohrleitungen können mehrere Kilometer lang sein.
Wärmeübergabe: An den Gebäuden angekommen, wird die Wärme über eine Übergabestation an das hausinterne Heizsystem abgegeben. Das abgekühlte Wasser fließt dann zurück zum Heizkraftwerk, wo es erneut erhitzt wird.
- Platzsparend: Keine Abgasreinigung notwendig (spart Schornsteinfegerkosten)
- Geräuschlos: Geringe Störungsanfälligkeit
- Geruchlos: Geringe CO2-Emission
- Umweltfreundlich: Niedriger Primärenergiefaktor
- Staatliche Förderung: Erfüllt die gesetzlichen Vorgaben
Auch im Bereich der Wärmelieferung wird die Wärmeversorgung schrittweise weiterentwickelt. Grundlage dafür sind der seit 1962 erfolgte Ausbau des Fernwärmenetzes in Herten sowie die Energiekooperation mit der AGR-Gruppe.
Seit der Heizperiode 2018/2019 wird Wärme aus dem Abfallkraftwerk RZR Herten in die Fernwärmeschiene Ruhr eingespeist. Langfristige Verträge mit der AGR, Iqony (ehemals Steag) und Uniper wurden bereits 2016 geschlossen.
Die Hertener Stadtwerke investieren in den Ausbau erneuerbarer Energien und weiterer Wärmequellen und wollen deren Anteil an der Wärmeversorgung weiter erhöhen. Bis 2045 ist zudem ein weiterer Ausbau des Fernwärmenetzes geplant. Perspektivisch sollen dabei auch Gebiete erschlossen werden, die heute noch mit Erdgas versorgt werden.
Der Fernwärmepreis besteht ausfolgenden Preisbestandteilen:
- Arbeitspreis für die gelieferte Wärmemenge in €/MWh: Der Arbeitspreis deckt die Kosten, die in direktem Zusammenhang mit Ihrem Fernwärmeverbrauch stehen, also genau die Kosten für die verbrauchte Menge Energie.
- Emissionspreis zur Deckung der Kosten für CO₂-Emissionszertifikate für die gelieferte Wärmemenge in €/MWh: Der Emissionspreis deckt die Kosten für die CO₂-Emissionszertifikate, die im Rahmen der Erzeugung zugekauft werden.
- Leistungspreis für die bereitzustellende höchste Wärmeleistung in €/kW pro Jahr: Der Leistungspreis deckt die Kosten, die unabhängig vom Verbrauch sind und im Rahmen der dauerhaften Erhaltung des Wärmesystems entstehen. Hierzu zählen zum Beispiel Kosten für die vorgehaltene Anschlussleistung und die Instandhaltung des Fernwärmenetzes.
- Grundpreis für Messung und Abrechnung der gelieferten Wärmemenge in €/Monat: Der Grundpreis deckt die Kosten, die für die Messung und Abrechnung Ihres Wärmeverbrauchs entstehen.
Fragen zur Vorvermarktung
Die Vorvermarktung ist eine Phase, in der potenzielle Kundinnen und Kunden ihr Interesse an einem Fernwärmeanschluss bekunden, noch bevor das Netz vollständig ausgebaut ist. Dadurch können wir die Nachfrage besser planen und den Ausbau effizient gestalten.
Eine frühzeitige Entscheidung kann Ihnen dabei helfen, mögliche Förderprogramme zu nutzen und die nächsten Schritte für einen Anschluss rechtzeitig zu planen. Zudem erleichtert sie die Berücksichtigung Ihrer Immobilie bei der weiteren Ausbauplanung.
Fernwärme ist umweltfreundlich, zuverlässig und oft kostengünstiger auf lange Sicht. Sie reduziert CO₂-Emissionen und entlastet Sie von Wartungs- und Brennstoffkosten. Die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetztes (GEG) sind somit bereits erfüllt.
Ja, die Vorvermarktungsphase dient dazu, die Grundlage für eine verlässliche und wirtschaftlich tragfähige Ausbaustrategie zu schaffen. Sie können jedoch jederzeit ohne Angabe von Gründen den Vertrag widerrufen.
Nach Ihrer Interessensbekundung durch den Vorvermarktungsvertrag werden die Hertener Stadtwerke entscheiden, ob ein Ausbau des Fernwärmenetzes wirtschaftlich tragfähig ist. Natürlich werden wir Sie darüber informieren und ggf. die weiteren Schritte mit Ihnen abstimmen.
Je nach Region und Projekt können Fördermittel oder Zuschüsse für die Umsetzung beantragt werden. Wir beraten Sie gerne zu den aktuellen Möglichkeiten.
Die Kosten für den Netzanschluss variieren je nach Entfernung zum Netz, Gebäudetyp und individuellen Anforderungen. Nach einer ersten Einschätzung erhalten Sie ein unverbindliches Angebot, das wir auf Ihre individuellen Bedürfnisse zuschneiden.
Unser Fernwärme-Team steht Ihnen jederzeit für persönliche Beratungsgespräche zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns gerne über folgende Kanäle:
- Telefon: 02366/307-600
- E-Mail:muehlenviertel-waerme@herten.de







