„Bike & Ride“ mit der Pferdesportgemeinschaft Herten

Reitschüler sollen für Fahrrad-Einsatz belohnt werden

„Ring, ring“: Wenn Markus Poweska in die Einfahrt zur Reithalle an der Polsumer Straße abbiegt, ist seine Fahrradklingel schon von weitem zu hören. Der Geschäftsführer der Pferdesportgemeinschaft Herten (PSG) kommt wie immer mit dem Fahrrad zum Stall. Gerade bei diesen sommerlichen Temperaturen ist das Rad perfekt für ihn und genau das möchte er auch seinen Reitschülern vermitteln.

Bereits zum zweiten Mal bewarb sich die PSG mit einem Projekt für den Hertener Klimapreis und das wurde 2017 mit Erfolg gekrönt: Beim „Bike & Ride“-Projekt sollen die Reitschüler mit dem Fahrrad zu den Reitstunden kommen – nicht mit Auto & Co. Seit April haben die Kids die Chance am Klimaschutz-Projekt teilzunehmen und bis Ende Oktober attraktive Preise zu gewinnen.

Das ist aber noch längst nicht alles: „Das Projekt für unsere Reitschüler besteht aus vier Modulen“, erklärt Markus Poweska. „Im ersten Modul, dem Grundlagenseminar, werden die Kinder für die Themen Klima und Klimawandel sensibilisiert. Hierfür nutzen wir viele Grafiken und Schaubilder, damit die Kinder eine Vorstellung haben, was genau mit unserem Klima passiert und was die Zusammenhänge sind, die unser Klima beeinflussen.“ Auch der Treibhauseffekt, das Stadtklima und die Umweltzonen in den Städten werden hierbei kind- und altersgerecht thematisiert.

Das zweite Modul ist die so genannte „Bike & Ride-Card“. Diese müssen die Kids zu den jeweiligen Reitstunden mitbringen. Am Ende des Monats wird dann abgerechnet. Ist ein Reitschüler zehnmal mit dem Rad zum Training gekommen, so bekommt er für den jeweiligen Monat 100 Prozent angerechnet. Wenn er bei zehn Reitstunden nur fünfmal das Rad benutzt hat, nur 50 Prozent.

Wer zusätzlich punkten möchte, kann an den speziellen Klima-Radtouren – dem dritten Modul – teilnehmen. Diese Touren bietet der Verein während der Projektlaufzeit an. Das Ziel: Die Kinder bei den Touren in die nähere Umgebung für den Klimaschutz zu sensibilisieren. So ist beispielsweise auch eine Radtour zu den Hertener Stadtwerken geplant. Pro Radtour haben die Kinder die Chance fünf weitere Punkte auf ihrer „Bike & Ride-Card“ zu sammeln.  Das vierte und letzte Modul ist die persönliche Distanz, die die Kinder mit dem Fahrrad zurücklegen. Ist ein Teilnehmer zum Beispiel mehr als 200 Kilometer zur Schule oder in der Freizeit gefahren, so bekommt er zusätzlich Punkte.

„Wir möchten den Kindern nicht nur das Thema Klimaschutz allgemein näherbringen, sondern auch die klimaschonende Mobilität“, so Markus Poweska. „In vielen Familien ist Fahrradfahren leider kein Thema; für viele Kurzstrecken nutzt man das Auto. Dabei können viele alltägliche Dinge mit dem Fahrrad erledigt werden. Mit unserem Bike & Ride-Projekt wollen wir Reitschüler und ihre Eltern wieder fürs Fahrradfahren begeistern“, hofft Markus Poweska.

„Wieder einmal konnte die Pferdesportgemeinschaft die Klimapreis-Jury mit einem innovativen und originellen Projekt überzeugen. Besonders die Einbeziehung der ganzen Familie – also der Eltern und Kinder - ist eine lobenswerte Idee“, so Detlef Großjohann, Bereichsleiter Technischer Service bei den Hertener Stadtwerken. „Ein wirklich tolles Beispiel für eine klimaschonende Freizeitgestaltung“, betont auch Jürgen Harks, Klimaschutzmanager der Stadt Herten.

Die Hertener Klimatage thematisierten im vergangenen Jahr das Handlungsfeld klimaschonende Mobilität aus dem Hertener Klimakonzept 2020+. In diesem Rahmen wurden umweltfreundliche Projekte mit dem Klimapreis der Stadt Herten und den Hertener Stadtwerken ausgezeichnet. Zu den Preisträgern zählt auch die Pferdesportgemeinschaft Herten e.V. (PSG). Sie belegten den zweiten Platz.