Klimaschonende Energieversorgung

Der größte Einfluss beim Klimaschutz liegt in den Händen der Hertener Stadtwerke. Sie können notwendige strukturelle Veränderungen anpacken und durch bedarfsgerechte Angebote auch die Menschen erreichen, die nicht in der Lage sind, ihr eigenes Haus in eine energieautarke Insel zu verwandeln. Somit liegt hier auch eine soziale Aufgabe.
Die Projekte der Hertener Stadtwerke im Rahmen des Klimakonzepts 2020 lassen sich grob in drei Bereiche teilen:
Klimaschonende Wärmeversorgung für Siedlungen, Quartiere und Gebäudekomplexe
Gas und Fernwärme sollen für jeden Bürger zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort in der notwendigen Menge und zu marktgerechten Preisen verfügbar sein. Dabei ist es wichtig, die Versorgung stärker mit den bestehenden Nutzerstrukturen und damit den Bedürfnissen der Bürger zu harmonisieren und flexibel auf zukünftige Entwicklungen zu reagieren. Hier helfen dezentrale Strukturen, die Wärme in unmittelbarer Nähe des Verbrauchers erzeugen und den Bürger teilweise auch selbst zum Erzeuger machen können. Erneuerbare Energien und effiziente Energieerzeugung (Kraft-Wärme-Kopplung) können gezielt eingesetzt und miteinander vernetzt werden.- Verschiebung des Energiemix in Herten zu mehr erneuerbaren Energien
Im Strommix der Hertener Stadtwerke machen die Erneuerbaren Energien bereits 46 Prozent aus. Deshalb liegt der Projektschwerpunkt auf der Erdgasversorgung. Ziel für Herten: 10% Anteil von Biogas bis zum Jahr 2020. Das bedeutet jedoch nicht, dass mitten in Herten Biogasanlagen gebaut werden. Das Bioerdgas soll zu Beginn der Maßnahmen am Markt eingekauft werden. Mittelfristig ist jedoch der Bezug aus Anlagen in der Region geplant. Für die Bürgerinnen und Bürger wird sich am gewohnten Komfort nichts ändern. Das Methan in den Gasleitungen kommt einfach nur weniger aus Russland und mehr von Bauern aus der Region.
Darüber hinaus wird der Aufbau und Betrieb von Photovoltaikanlagen zur Erzeugung von umweltfreundlicher Energie weiter voran getrieben. Ein Beispiel ist die neue Photovoltaikanlage auf dem Dach des Technikgebäudes der Hertener Stadtwerke. Die Module erzeugen dank innovativer Dünnschicht-Technologie auch bei ungünstigeren Lichtverhältnissen noch Strom.
Das Wasserstoffkompetenzzentrum ist ein Modellprojekt der Stadt Herten. Ziel ist die Förderung und Entwicklung der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie und die Information. Verfahren und Techniken zur CO2-neutralen Erzeugung von Wasserstoff sollen im Wasserstoffkompetenzzentrum demonstriert und weiterentwickelt werden.
- Erprobung bzw. Einführung von zukunftsweisender und interaktiver Mess- und Regeltechnik
Eine Form zukunftsweisender Mess- und Regeltechnik ist das sogenannte "Smart Metering". Als Smart Meter werden intelligente elektronische Zähler für die Verbrauchsmessung von Strom, Gas, Fernwärme oder Wasser bezeichnet. Diese Zähler erfassen und übertragen den Energieverbrauch der Kunden in Echtzeit, und nicht - wie herkömmliche analoge Geräte - in langen zeitlichen Intervallen. Energiesparmaßnahmen und Tarifsysteme können so durch den Versorger flexibel und nachvollziehbar gestaltet werden. Und der Verbraucher kann die Auswirkungen seines energiesparenden Handelns unmittelbar selbst überprüfen. Startpunkt für diese digitale Technik ist die Siedlung "sonne+" in Herten-Scherlebeck.
Die Zahl der dezentralen Erzeugungsanlagen wird in Zukunft weiter steigen. Dank der modernen Messtechnik ist es möglich, effiziente Werkzeuge und Bedingungen für den Umgang mit den dort unterschiedlich anfallenden Energiemengen im Versorgungsnetz zu schaffen. Ein denkbares Projekt ist in diesem Rahmen zum Beispiel ein "virtuelles Kraftwerk", in dem die Hertener Stadtwerke erproben, Wärme- und Stromflüsse gezielt zu steuern und so Schwankungen im Netz auszugleichen.
